KI-Agenten für die Rechtsarbeit in der Organisation. Ein Rahmen für den Einsatz Rechtliche Kompetenz, die bleibt.

Auch das nächste Team soll nutzen können, was das Unternehmen gelernt hat.

Die Gründe für eine Vertragsausnahme, eine Produktfreigabe oder einen Vergleich können später wieder wichtig werden. KI-Agenten können helfen, dieses Wissen festzuhalten und Änderungen zu erkennen, die eine frühere Beurteilung infrage stellen. Nützlich ist das erst, wenn eine Person, die handeln kann, rechtzeitig davon erfährt.

01 / Entscheidung

Zuerst die Entscheidung klären.

Festhalten, wer entscheidet, weshalb und wer den Entscheid umsetzt.

Ein Unternehmen verändert sich auch nach einer rechtlichen Beratung. Ein Produkt wird anders eingesetzt, ein Vertrag geändert oder eine Annahme widerlegt. Die damalige Beratung kann in ihrem ursprünglichen Rahmen weiterhin zutreffen und dennoch für die jetzt anstehende Entscheidung ungeeignet sein. Wer entscheidet, muss erkennen können, welche Fragen sie beantwortet hat und welche nicht.

Ein hypothetisches Beispiel: Ein Produkt wird nur für zwei Märkte freigegeben. Die Dokumentation sollte erklären, weshalb diese Beschränkung gilt, worauf sie sich stützt und wer eine Ausweitung bewilligen darf. Ein Agent, der Änderungen erkennen soll, braucht Zugang zu den massgeblichen Vertriebsplänen. Ausserdem muss feststehen, wie er die zuständige Person über eine geplante Änderung informiert. So lässt sich prüfen, ob die Bedingungen der Freigabe auch bei veränderten Plänen eingehalten werden.

Ein wiederkehrender AblaufVon veränderten Umständen zu einer Entscheidung, die sich überprüfen lässt.
  1. 01Hinweis

    Eine relevante rechtliche oder geschäftliche Änderung.

  2. 02Zusammenhang

    Geltendes Recht, Tatsachen und Verpflichtungen.

  3. 03Prüfung

    Möglichkeiten, Einwände und Unsicherheiten.

  4. 04Entscheidung

    Wer entscheidet, was und weshalb.

  5. 05Umsetzung

    Wer handelt und unter welchen Bedingungen.

  6. 06Ergebnis

    Was tatsächlich geschehen ist.

  7. 07Wissen

    Was festzuhalten und wann neu zu prüfen ist.

Der Ablauf ist erst vollständig, wenn die verantwortliche Person handeln kann und die Organisation feststellen kann, was tatsächlich geschehen ist.

02 / Wissen

Die Gründe festhalten, nicht nur die Dokumente.

Die Begründung muss erkennen lassen, wann ein Entscheid zu überdenken ist.

Zurück zum Produktbeispiel: Eine prüfende Person bezweifelt, dass das Unternehmen seine Vertriebspartner von Verkäufen ausserhalb der beiden Märkte abhalten kann. Dieser Einwand und der Umgang damit gehören zur Freigabe, unter angemessenen Zugangs- und Aufbewahrungsregeln. Die Freigabe allein widerlegt den Einwand nicht. Wird später ein neuer Vertriebspartner vorgeschlagen, kann er erneut relevant werden.

Halten Sie fest, auf welche Tatsachen, Rechtsgrundlagen und Verpflichtungen sich der Entscheid stützt. Ändert sich eine dieser Grundlagen, kann dies eine neue Prüfung auslösen. Ein vom Modell erschlossener Zusammenhang bleibt bis zu seiner Überprüfung eine Hypothese. Frühere Beratung ist zudem in ihrem damaligen Rahmen zu lesen: mit ihrem Datum, ihrem Gegenstand und ihren Annahmen.

Was in der Organisation bleiben sollte

Wer einen Entscheid umsetzt, kann festhalten, was funktioniert hat, wo Ausnahmen nötig waren und was schiefging. Diese Erfahrungen sollen für spätere Mitarbeitende auffindbar bleiben. Zugang erhalten nur Personen, die sie für eine berechtigte Aufgabe benötigen. Externe Anwälte können dann von einer klaren Frage und einer nachvollziehbaren Vorgeschichte ausgehen. Ihre Beratung sollte mit Angabe von Urheber, Datum, Gegenstand und Annahmen zurück in die Organisation gelangen.

03 / Betrieb

Die Arbeit zwischen den Entscheiden fortführen.

Aufgabe, zulässige Quellen und Entscheidungen festlegen, die einem Menschen vorbehalten sind.

Legen Sie fest, welche Änderungen der Agent erkennen soll und was ihm entgehen könnte. Im Beispiel kann eine prüfende Person einen Hinweis auf eine Vorschrift verwerfen, die ein anderes Produkt betrifft; sie hält fest, weshalb die Vorschrift nicht anwendbar ist. Ein Vorschlag für den Eintritt in einen dritten Markt muss dagegen die Person erreichen, die ihn bewilligen darf. Die ursprüngliche Beschränkung und die geplante Änderung gehören dabei zusammen. Wer jeden Hinweis weiterleitet, beansprucht die Aufmerksamkeit, die für diesen Entscheid nötig ist.

Vor einer Prüfung kann der Agent aktuelle Quellen zusammenstellen, frühere Beratung auffinden, fehlende Tatsachen benennen und Recherchefragen vorbereiten. Bei Entscheidungen mit weitreichenden Folgen sollte eine andere Person die Belege und Annahmen prüfen. Dafür kann eine eigene Recherche nötig sein. Das erzeugende Modell um Selbstkontrolle zu bitten oder lediglich das Modell zu wechseln, belegt keine unabhängige Prüfung.

Nach einem menschlichen Entscheid kann der Agent die freigegebene Anweisung an das zuständige Team weitergeben, festgelegte Bedingungen prüfen und dokumentieren, ob die Arbeit erledigt wurde. Steht eine Entscheidung an und ist die verantwortliche Person abwesend oder antwortet nicht, muss feststehen, wer an ihrer Stelle entscheiden darf. Eine Zustellbestätigung sagt dem Unternehmen noch nicht, ob jemand rechtzeitig gehandelt hat.

04 / Kontrolle

Die Kontrolle auch bei einem Technologiewechsel behalten.

Die Organisation sollte ein Modell oder einen Anbieter wechseln können, ohne ihr Wissen oder ihre Kontrollmöglichkeiten zu verlieren.

Quellen, Berechtigungen, Anweisungen, Tests, Prüfregeln und Handlungsprotokolle bestimmen, was ein Agent lesen, tun und weitergeben darf. Sie müssen einsehbar und änderbar bleiben und sich auch in anderen Systemen nutzen lassen.

01 / Quellen

Jede Aussage mit ihren Belegen verknüpfen

Rechtsaussagen müssen auf die massgeblichen Rechtsquellen zurückführen, Aussagen über das Unternehmen auf die zugrunde liegenden Dokumente oder Systemeinträge. Auch ein Eintrag kann falsch sein. Datum und Herkunft sind deshalb zu bewahren, Quelleninhalt und Schlussfolgerung zu unterscheiden und der Zugang auf Berechtigte zu beschränken. Die Entscheidungsdokumentation, Quellenverweise und Testergebnisse müssen unabhängig von dem Modell zugänglich bleiben, das bei ihrer Erarbeitung geholfen hat.

02 / Technischer Betrieb

Wissen, wohin die Informationen gelangen

Modelle und die Software, die sie betreibt, können lokal, auf einer von der Organisation kontrollierten Infrastruktur oder über einen genehmigten externen Dienst laufen. Zu prüfen ist die gesamte Anordnung: die Verarbeitung durch das Modell, angebundene Werkzeuge, Speicherung, Protokolle, Supportzugriffe, Sicherungskopien, Schlüssel und Netzwerkverbindungen. Auch ein lokal betriebenes Modell kann über eine externe Komponente Informationen weitergeben. Für jede solche Übermittlung muss klar sein, welche Informationen die Organisation verlassen, weshalb, wer darauf zugreifen darf und wie lange sie gespeichert bleiben.

03 / Befugnisse

Befugnisse ausdrücklich erteilen

Legen Sie fest, was ein Agent lesen, erstellen, mitteilen und ändern darf. Für jede Befugnis muss klar sein, wer sie erteilt und überprüft, wie weit sie reicht und wann sie endet. Bestimmen Sie, wer die Arbeit prüft und wann sie angehalten oder einer anderen Person vorgelegt werden muss. Ein besseres Testergebnis kann einen Antrag auf weitergehende Befugnisse stützen; es erteilt sie nicht. Die berufliche Verantwortung und die Befugnis, die Organisation zu verpflichten, bleiben bei Menschen, unabhängig davon, wo die Software läuft.

Schrittweise aufbauen

Beginnen Sie mit einer Entscheidung und ihren Quellen. Legen Sie Befugnisse, erwartete Ergebnisse, Fehlerkriterien und die menschliche Prüfung fest. Testen Sie den Ablauf, bevor Sie ihn regelmässig ausführen lassen. Dazu gehört auch, wie ausgebliebene Prüfungen der verantwortlichen Person gemeldet werden. Jeder zusätzliche Agent und jede Übergabe brauchen einen begründeten Zweck und eine klare Zuständigkeit. Entziehen Sie Befugnisse, sobald ihr Zweck entfällt.

05 / Verwaltungsrat

Belege für bessere Arbeit verlangen.

Der Verwaltungsrat sollte erkennen können, ob das System bessere Entscheidungen ermöglicht, wo es scheitern kann und wer Fehler beheben muss. Sechs Fragen helfen dabei:

  1. Bei welchen Entscheidungen soll uns das System helfen, und woran erkennen wir eine Verbesserung?
  2. Welche rechtlichen oder geschäftlichen Änderungen wird es erkennen, und welche nicht?
  3. Können wir eine wichtige Empfehlung auf ihre Quellen zurückführen und erklären, was uns zu einer neuen Beurteilung veranlassen würde?
  4. Welche Entscheidungen verlangen eine menschliche Prüfung, eine unabhängige Beurteilung oder eine formelle Genehmigung?
  5. Wo werden Informationen verarbeitet, wer hat Zugang und was kann das System ausserhalb der Organisation tun?
  6. Kann die Geschäftsleitung zeigen, welche Hinweise zu einer neuen Prüfung führten, welche verworfen wurden und ob die nötigen Schritte rechtzeitig folgten?

Schluss

Eine Rechtsfunktion, die kontinuierlich arbeitet.

Im Produktbeispiel muss eine entscheidungsbefugte Person die geplante Ausweitung prüfen, bevor der Verkauf im dritten Markt beginnt. Sie braucht die frühere Beschränkung, deren Gründe und die noch offenen Einwände. Entscheidend ist, ob das Unternehmen sein Wissen rechtzeitig nutzen kann, um sein Handeln anzupassen.